Bauwende mit Baukom

Bau für deine Kinder

Der Bau muss sich wandeln, wenn er eine Zukunft haben will. Wo stecken die Herausforderungen, welche Lösungen gibt es schon – und wo geht's hin?

Stell Dir vor, deine Tochter Lea wird in neun Monaten geboren…

Also baust du ein Haus für deine junge Familie. Du planst den Grundriss, gießt ein Fundament und errichtest Wände. Eines Abends sitzt du unter dem frisch gedeckten Dach und hast endlich ein paar freie Minuten, die Gedanken schweifen zu lassen.

Was brauchte es alles, um dieses Haus zu bauen?

Was zunächst nur feine Linien auf Papier waren, wurde durch die Schätze unseres Planeten greifbare Realität. Du denkst an Lehm, Quarzsand und Bäume, die nun Putz, Fenster und Balken sind. In diesem Haus steckt die Liebe zum Detail … und die begrenzten Rohstoffe eines einzigartigen Planeten.

Ein paar Jahre weiter

Dann wird Lea volljährig…

Also reißt du alles wieder ein. Nur 18 Jahre später und du gibst dir keine Mühe, die Rohstoffe wiederzugewinnen. Sie landen auf einer Schutthalde und sind nun eine Last für den Planeten statt wertvoll für unser Leben – wofür du auch noch containerweise bezahlst.

Irritierend? Ja.

Vollkommen fiktiv? Für private Baudamen und Bauherren schon, da zieht einfach jemand anderes ein. Und im industriellen Bau?

Einfach alles platt gemacht

Die Fortis Bank in Amsterdam war ein schmerzhaftes Beispiel für einen lebensfeindlichen Trend: Ein immer knapperes Haltbarkeitsdatum unserer Bauwerke. Das Bankgebäude wurde kurz vor der Jahrtausendwende fertig gestellt und 2014 gleich wieder eingerissen. Es gab niemanden, der es weiter nutzen wollte. Also? Abriss!

Rohstoffe werden bisher nur selten aus Bauwerken wiedergewonnen…

… und verlieren durch Abrisse massiv an Qualität. Vereinzelt werden sie noch als Schüttgrund »downcycled«, doch häufiger landen sie sofort auf der Schutthalde. Dort schaffen sie nur noch eines: Unseren schädlichen Fußabdruck in der Oberfläche des Planeten zu vertiefen.

Wie Fische im Wasser…

… bemerken wir nicht mehr, was die ganze Zeit um uns herum ist. Die meisten Stunden des Tages sind wir in Innenräumen, genau genommen 87 Prozent. Dort verstecken sich wertvolle und leider noch allzu häufig giftige Ressourcen.

Es geht jedoch nicht nur um Schadstoffbelastung in Innenräumen und das »Sick-Building-Syndrome«. Es geht auch um die schiere Menge an Rohstoffen. Eine stetig wachsende Zahl von Menschen braucht ein Dach über dem Kopf. 

Wer will zuerst auf sein Haus verzichten?

Daheim soll es kuschlig warm sein, am Arbeitsplatz darf der Wind die Notizen nicht vom Schreibtisch pusten und das Theaterstück würde im Herbst ohne Dach ins Wasser fallen.

Niemand ist mehr bereit, auf schützende Wände zu verzichten und halbnackt gegen Stürme anzutreten. Was heißt das für alle, die unsere Häuser bauen?

Ein offener Brief an die Baubranche

Von Schuttbergen hin zu einer besseren Welt

Hey, ich bin Stefan. Ich mache mir große Sorgen über die Welt, die wir unseren Kindern hinterlassen werden.

Wir haben in den letzten Jahrzehnten ein unvergleichliches Wirtschaftswachstum gesehen. Was es hervorbrachte, haben wir umgehend zu unserem neuen Lebensstandard erklärt – und dabei nach und nach enorme Schäden angerichtet.

Als Top-Manager war ich lange Zeit eher Teil des Problems als Teil der Lösung. Das will ich verändern – und dabei die ganze Branche einladen, die Bauwende jetzt mitzugestalten.
Denn mehr noch als Manager bin ich Vater.

Wer einen riesigen Fußabdruck nicht sieht, steht gerade darin…

Von all den Rohstoffen, die wir der Erdkruste entnehmen, nimmt der Bausektor ca. die Hälfte. Fast die Hälfte der globalen Müllhalde stammt aus dem Bau. Wie steht unsere Infrastruktur im Verhältnis zur Natur, in der sie errichtet wurde?

Ein Beispiel: Auf 2,93 Mdr. Tonnen Waldbestand treffen in Deutschland 15 Mdr. Tonnen Gebäudebestand. Unsere Häuser wiegen mittlerweile also mehr als das Fünffache des Waldes um uns herum – so viel wie 150.000 durchschnittliche Blauwale oder 50 Billionen überdurchschnittlich dicke Eichhörnchen.

Der Bausektor produziert zudem weit über ein Drittel des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasen. Gleichzeitig sendet das Klima klare Signale: Die Temperatur steigt!
Unser
Haus
brennt!

Die Zeit läuft…

… und die tragenden Balken haben Feuer gefangen

Nach Berechnungen des Mercator Instituts haben wir für das 1,5-Grad-Ziel bis zum 29. Dezember 2027 um 12 Uhr Zeit, um unser globales CO2-Level in den Griff zu bekommen.
d
h
m
s
Welche Hebel können wir ziehen, um rechtzeitig einen entscheidenden Wandel zu starten? Fangen wir doch beim Bau an, denn …

Vom Bau werden europaweit…

40
%
der Treibhausgase 
produziert
45
%
des Mülls 
produziert
50
%
der Ressourcen 
entnommen

Wie lang können wir noch im globalen Sandkasten schaufeln?

Der globale Ressourcenverbrauch hat sich seit 1970 mehr als verdreifacht: von 26,7 Milliarden Tonnen auf 92 Milliarden Tonnen im Jahr 2017.

Der Internationale Ressourcenrat (IRP) schätzt, dass sich unser Bedarf an Ressourcen innerhalb der nächsten 30 Jahre erneut verdoppeln und im Jahr 2050 zwischen 170 und 184 Milliarden Tonnen liegen wird. Ohne Trendwechsel wird sich die globale Ressourcenlast also in 80 Jahren versiebenfachen – innerhalb nur eines Menschenlebens.

Es wird nicht nur ökologisch eng…

Das renommierte Beratungsinstitut McKinsey brachte im Jahr 2014 in Zusammenarbeit mit dem World Economic Forum und der Ellen McArthur Foundation einen Bericht heraus.

Der Bericht zeigt die Entwicklung der Rohstoffpreise seit 1900 und spricht dabei eine klare Sprache.

Aktueller denn je

Auch in Zeiten der Pandemie ist dieser Trend unumkehrbar – und nimmt Fahrt auf!
Mehr erfahren »

Wir haben nicht nur eine ökologische, sondern auch eine ökonomische Krise – eine echte Ökokrise.
Ressourcen werden immer knapper, das treibt die Preise nach oben. Nach jahrzehntelang fallenden Preisen ein extremer Schock für den Markt. Aufwachen durch Eiswasser ins Gesicht.

Wir müssen uns der Frage stellen: Wollen wir darauf warten, dass unser brennendes Haus die Bettlaken trocknet oder wollen wir uns auf die Suche nach besseren Ideen machen?

Lösungen

Zeit, aufzuwachen!

Das lineare Wirtschaftsmodell »Take-Make-Waste« meldet sich gerade selbst ab und selbst Recycling denkt nicht entschlossen bis zu Ende.

Das Ziel muss sein, gesunde Materialien unbegrenzt weiter verwenden zu können. Wasser zirkuliert in der Atmosphäre, Mineralien in der Erdkruste, Nährstoffe im Boden – schaffen wir das Gleiche mit unseren Rohstoffen?

Linear

Einfach Schrott

Recycling

Komplizierter Schrott

Kreislauf

Runde Sache

Linear

Einfach Schrott

Recycling

Komplizierter Schrott

Kreislauf

Runde Sache

Runde Sache!

Wenn auch unsere Ressourcen zirkulieren sollen, zeigt Cradle to Cradle® einen Weg, den wir gehen können.  Dabei werden die verwendeten Rohstoffe in zwei separaten Kreisläufen geführt. Dort zirkulieren…
Biologische Verbrauchsgüter
wie kompostierbare Kunststoffe aus Maisstärke kehren in den Kreislauf der Natur zurück. Sie sind dabei frei von Giften, reich an Nährstoffen und gesund für's Ökosystem.
Technische Gebrauchsgüter
wie Stahl und Petro-Kunststoffe zirkulieren im Kreislauf der Industrie. Das Ziel ist, die Materialqualität vollständig zu erhalten, um die Rohstoffe immer wieder neu zu nutzen.
Circular Economy powered by Cradle to Cradle® lässt alle Materialien in zwei Stoffkreisläufen zirkulieren: biologisch und technisch.

Zeit für echte Nachhaltigkeit

Es gibt gute Nachrichten: Der Circularity Gap Report von 2020 schätzt ein, dass sich Pläne zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes und zirkuläre Modelle gegenseitig unterstützen

Der Weltklimarat (IPCC) sprach dem Bausektor bereits 2007 das größte Potential zu, seine gewaltigen Emissionsmengen zu den geringsten Kosten senken zu können.

Sowohl Wirtschaft als auch Umwelt senden klare Signale: An echten Kreisläufen und einem intelligenten Umgang mit Emissionen gibt es keinen Weg mehr vorbei. Es braucht neue Modelle – und die sind zum Glück bereits vorgedacht.
»Die Baubranche verbraucht enorme Mengen an Rohstoffen jedes Jahr und ist ein großer Faktor für unseren Planeten. 
Gebäude müssen Rohstofflager werden oder mit nachwachsenden Rohstoffen arbeiten, die nicht schädlich für die Natur sind. 
Stefan ist zu einem Freund geworden, sein Enthusiasmus ist ansteckend. So schnell wie er hat selten jemand eine C2C-Idee umgesetzt.«
– Prof. Michael Braungart, 
   Co-Autor von Cradle to Cradle® (C2C)

Biologisch abbaubar

Neue Erde für eine neue Generation

Wenn ich meinem Sohn erkläre, worum es bei C2C geht, sage ich ihm, dass wir als Menschen statt Unmengen Müll gemeinsam gesunde Fülle erschaffen können. Deshalb ist unsere Verpackungsfolie biologisch abbaubar und löst sich nach wenigen Wochen in der Natur auf – das haben wir selbst getestet.

Smart Verpackt

Gerade Kanten statt verbogene Profile

Zig Tonnen weniger Emissionen, kein Ausschuss und keine Nachbestellungen, dafür mehr Planungssicherheit und Eleganz – SmartPac ist aus vielen Gründen beliebt. Unsere Kunden berichten, dass sie die Röhren vielfach wiederverwenden, bevor sie als leichte Kartonage einen ebenso leichten Fußabdruck erzeugen.
Doch das ist für uns erst der Anfang. Wir entwickeln gerade immer mehr gesunde Lösungen für eine bessere Zukunft.

In unserer Denkweise geht es darum, erste Ansätze zu finden, wie jeder von uns im Rahmen seiner eigenen Möglichkeiten etwas für die Menschen und gleichzeitig auch für die Natur machen kann.

Wir wollen beweisen, dass wir mit unseren Ideen schon viel bewegen können – und noch viel mehr, wenn die ganze Branche diesen Weg gehen würde und schon beim Entwickeln der Produkte nachdenkt, wo der Rohstoff in der zweiten oder dritten Anwendung und darüber hinaus eingesetzt werden kann.

Ausgezeichnet

Weitblick zahlt sich immer aus

Und das Umdenken lohnt sich, denn unsere Innovationskraft wird immer wieder ausgezeichnet.

Initiative

Gemeinsam für eine bessere Zukunft

Die Bauwende können wir nur gemeinsam starten. Deshalb kooperieren wir mit den fähigsten Leuten der nachhaltigen Bauszene und bauen stetig unser Netzwerk aus. Du hast Interesse an dieser Initiative? Schreib uns!
Mail schreiben »

Aufruf in die Baubranche

Zeit für die Bauwende

Wir haben nur diesen einen Planeten – wie wollen wir ihn unseren Kindern übergeben? Echte Nachhaltigkeit muss in Businesspläne und in die DNA aller Unternehmen integriert werden, einige wenige Unternehmen reichen da nicht aus. Es ist der gemeinsame Weg vom Desinteresse und Greenwashing hin zum grünen Unternehmenskern.

Die Baubranche braucht mehr Menschen und Leucht­turm­projekte mit frischen Ideen, frischen Geschäfts­modellen und dem Mut zur Innovation.

Mensch und Bau können ein Gewinn für den Planeten sein, wenn die Baustoffe wieder zurückgewonnen werden und dann das nächste Haus gebaut wird – das mehr gibt als es nimmt. Der Vorteil dabei? Wir fühlen uns wohl und nicht als Last.

Ich freue mich riesig darauf, mit Aktiven aus der Baubranche die Welt von morgen zu gestalten!

Deshalb habe ich hier eine Übersicht zusammengestellt, was Du als Aktiver in der Baubranche jetzt tun kannst:
Für Architekt*innen und Ingenieur*innen
Schau unbedingt mal beim Building Material Scout (BMS) vorbei. Dort findest Du eine Übersicht über nachhaltige Bauprodukte.
Hier geht es zum Building Material Scout »
Für private Baudamen und Bauherren
Schau bei Deinem Baustoffhändler in der Region vorbei und frage nach nachhaltigen Alternativen zu den normalen Baustoffen.
Außerdem kannst Du beim Building Material Scout (BMS) herausfinden, was es noch für Materialien gibt. Dort findest Du eine Übersicht über nachhaltige Bauprodukte.
Hier geht es zum Building Material Scout »
Für Geschäftskund*innen
Werde Teil unserer Initiative und lass uns heute gemeinsam an den Lösungen für morgen entwickeln.
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Für Industrieunternehmen
Werde Teil unserer Initiative und lass uns heute gemeinsam an den Lösungen für morgen entwickeln.
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Für Journalist*innen
Forsche und publiziere zum nachhaltigen Bau und die Bauwende. Außerdem können wir gern über eine Medienpartnerschaft sprechen, damit wir die Bauwende auf alle Kanäle bringen.
Mail schreiben »
Stefan Endlweber,
CEO von Baukom Group
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